Castellberg Without Alcohol: What Löffler Extracts from the Markgräflerland - Alcfree.ch

Castellberg ohne Alkohol: Was Löffler aus dem Markgräflerland herausholt

Weingut Löffler

Staufen-Wettelbrunn steht in keinem grossen Weinführer auf Seite eins. Das Weingut Löffler hat das nie gestört — und seine Auszeichnungsliste trotzdem: Staatsehrenpreis 2025 und 2022, zehnmal Ehrenpreis der badischen Gebietsweinprämierung, dreimal Sieger beim Mondial du Chasselas. Wer jetzt fragt, was das mit alkoholfreiem Wein zu tun hat, bekommt hier eine konkrete Antwort.

22 Hektar zwischen Schwarzwald und Rhein — was der Boden liefert

Das Markgräflerland ist ein schmaler Streifen Land, südlich von Freiburg, eingeklemmt zwischen Schwarzwald und Rhein. Kein Glamour-Anbaugebiet, keine Medienpräsenz. Aber ein Klima, das mediterran genug ist, um Gutedel, Spätburgunder und Weissburgunder mit echter Reife zu ernten — und Böden, die das ermöglichen.

Die Rebflächen von Löffler liegen in den Hanglagen Castellberg und Fohrenberg. Beide sind Steillagen mit lehmigen Lössböden. Diese Böden speichern tagsüber Wärme und Wasser und geben beides nachts wieder ab — ein Effekt, der die Reife der Trauben gleichmässig vorantreibt und die Aromatik stabilisiert. Am Castellberg kommen historische Trockenmauern dazu, die das Kleinklima zusätzlich beeinflussen und gleichzeitig als Natur- und Kulturerbe gepflegt werden.

Auf diesen 22 Hektar wachsen Sorten, die das Markgräflerland seit Jahrhunderten prägen: Gutedel vor allem, die leichte Weissweinssorte, die hier ihre eigentliche Heimat hat. Dazu Spätburgunder, Grau- und Weissburgunder, Müller-Thurgau — und mit Sauvignon blanc und Chardonnay auch zwei Sorten, die zeigen, dass Löffler den Blick nicht nur auf die Region richtet.

Der Boden ist der Ausgangspunkt. Alles, was danach kommt — Keller, Entalkoholisierung, Flasche — baut auf dem auf, was Castellberg und Fohrenberg liefern. Das ist keine Marketingformel, sondern eine Produktionslogik.

Wolfgang und Andreas Löffler: zwei Kellermeister, eine klare Aufgabenteilung

Das Weingut wurde 1988 gegründet, heute führen es die Brüder Wolfgang und Andreas Löffler als GbR. Die Aufgabenteilung ist präzise: Wolfgang ist für den Weinberg und den Direktvertrieb zuständig, Andreas trägt die Hauptverantwortung für Keller und Weinausbau. Beide sind ausgebildete Kellermeister.

Andreas Löfflers Kellerphilosophie lässt sich in drei Schritten beschreiben: schonendes Abpressen, behutsame Vergärung, ausreichend Ruhezeit. Moderne Kellertechnik dient dabei dem Schutz natürlicher Aromen — nicht ihrer Überformung. Das bedeutet: keine Abkürzungen, kein Überformen, kein Eingriff, der den Charakter der Traube überdeckt.

Im Weinberg orientiert sich das Weingut an den Richtlinien des kontrolliert umweltschonenden Weinbaus. Die Hänge sind begrünt, um das ökologische Gleichgewicht in den Lagen zu fördern. Die Erträge sind bewusst reduziert — konzentriertere Trauben als Ziel, nicht maximale Menge.

Wolfgang Löffler empfiehlt den Gutedel Kabinett als Ausdruck der Markgräfler Lebensart: leicht, frisch, fruchtig. Andreas steht für die Cuvée Black For Rest, eine Weisswein-Assemblage, die er als besonders eigenständig in ihrer Zusammensetzung beschreibt. Zwei Brüder, zwei Handschriften — aber eine gemeinsame Grundlage: Der Wein soll zeigen, woher er kommt.

In der Vinothek beraten Helga Löffler, Marina Bläsi und Roswitha Jägle die Gäste und führen Verkostungen durch. Die Vinothek selbst wurde nach über 25 Jahren Betrieb grundlegend neu gestaltet: Ein Glasboden gibt den Blick in den Barriquekeller frei, eine Bruchsteinwand spiegelt die Trockenmauern des Castellbergs, eine echte Rebe wächst im Inneren.

Dieselben Trauben, ein nachgelagerter Schritt: wie die alkoholfreie Linie entsteht

Die alkoholfreien Weine von Löffler beginnen nicht an einem anderen Ort als die prämierten Weine. Sie beginnen am Castellberg und am Fohrenberg, mit denselben Trauben, nach denselben Grundsätzen. Die Entalkoholisierung ist ein nachgelagerter Schritt — keine eigene Produktionsphilosophie, keine separate Linie mit separatem Anspruch.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen alkoholfreien Weinen auf dem Markt, die aus Trauben zweiter Wahl oder mit anderen Ausgangsmaterialien produziert werden. Bei Löffler gilt: Was in die alkoholfreie Flasche kommt, hat denselben Ursprung wie das, was Staatsehrenpreise gewinnt.

Die Entalkoholisierung selbst ist technisch ein etabliertes Verfahren — in den Quellen von Löffler ist kein spezifisches Verfahren belegt, deshalb wird hier keines genannt. Was belegt ist: Der Schritt kommt nach der Vergärung, nach der Ruhezeit, nach dem Ausbau. Der Wein ist fertig, bevor der Alkohol entzogen wird.

Für den Gutedel bedeutet das: Die Frische, die lehmigen Lössböden und das mediterrane Klima des Markgräflerlands in die Flasche bringen — ohne Alkohol. Für den Spätburgunder: die Struktur der Hanglage, die Reife der Trauben, den Charakter des Terroirs.

Dass Löffler beim Mondial du Chasselas 2014, 2015 und 2016 gewonnen hat — mit dem Gutedel, der Chasselas-Traube — zeigt, was die Basis ist. Alkoholfrei oder nicht: Der Ausgangspunkt ist derselbe Boden.

Dreissig Jahre Straußi, eine neue Vinothek — und was das mit alkoholfreiem Wein zu tun hat

Im Oktober 1995 eröffneten Wolfgang, Christel und Bernd Löffler gemeinsam mit ihren Familien die Löffler-Straußi. Sechs Tische, eine kleine Vesperkarte, Weine vom eigenen Gut. Der Start fiel in die Erntezeit — arbeitsreich, wie es in der Familiengeschichte heisst. 2025 ist die Straußi dreissig Jahre alt.

Eine Besenwirtschaft dieser Art ist kein Marketinginstrument. Sie ist ein Ort, an dem Wein im Zusammenhang mit Essen, Region und Begegnung erlebt wird. Vesperplatten, Flammenkuchen, Fischgerichte aus dem Oberrhein — das sind die Empfehlungen, die zu den leichten Weissweinen aus dem Markgräflerland passen. Und dieselben Empfehlungen gelten für die alkoholfreien Varianten.

Die neue Vinothek, nach über 25 Jahren Betrieb grundlegend erneuert, macht den Anspruch des Weinguts sichtbar: Der Glasboden über dem Barriquekeller ist kein Dekor, sondern eine Aussage über Transparenz. Die Bruchsteinwand, die die Trockenmauern des Castellbergs spiegelt, verbindet Innenraum und Weinberg. Eine echte Rebe wächst im Inneren.

Alkoholfreier Wein funktioniert in diesem Kontext nicht als Ersatz, sondern als gleichwertiges Angebot. Wer mittags in der Straußi sitzt, wer am Abend in der Vinothek eine Verkostung macht, wer nach dem Spaziergang durch die Trockenmauern am Castellberg ein Glas trinken will — für all das gibt es jetzt eine alkoholfreie Option, die denselben Ursprung hat wie der Rest der Linie.

Das ist die Haltung, die Löffler seit 1988 aufgebaut hat: kein Kompromiss beim Ausgangsmaterial, egal was am Ende in der Flasche steht.

Probier den alkoholfreien Gutedel von Löffler zu einem Flammenkuchen oder einer Vesperplatte — die Frische der Lössbodenlage kommt auch ohne Alkohol durch. Wer die Vinothek in Staufen-Wettelbrunn besucht, kann beide Versionen nebeneinander verkosten.

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